ca. 65 Min.

Einfach

240 kcal / pro Stück

Jetzt im Hochsommer (Juli und August) haben Aprikosen bekanntlich Hochsaison. Überall auf den Märkten leuchten sie mir mit ihrem fröhlichen Gelb-Orange entgegen. Grund genug, um daraus einen Kuchen zu backen. Schnell fiel meine Wahl auf einen mit Aprikosen belegten Mandelmehlkuchen, verfeinert mit Rosmarin (ja, du hast richtig gelesen) und Mandelblättchen. In Anbetracht der nächsten anrückenden Hitzewelle machte ich mich schnellstmöglich ans Werk, um unsere Küche nicht noch weiter aufzuheizen. Übrigens: Im Original handelt es sich um eine französische Tarte mit Weizenmehl. Der Teig von meiner Kuchen-Variante, die ich dir hier vorstelle, enthält nur Mandelmehl.

Die Geschichte vom Nicht-Kuchen

Das Ergebnis war allerdings niederschmetternd, sozusagen eine Vollkatastrophe. Ein regelrechter Nicht-Kuchen. Der Grund: Statt gemahlener Mandeln landete teilentöltes Mandelmehl im Teig. Das Ergebnis war eine klumpige Masse, die alles andere als backfähig aussah. Und das trotz Rettungsversuchen mit Mandelmilch und zusätzlichem Quark. Trotzdem traute ich mich, dieses Werk in den Backofen zu schieben. Ganz leise stieg meine Hoffnung, weil der Kuchen von außen wunderhübsch anzusehen war. Doch beim Anschnitt – sagen wir mal so: Das Messer klebte im Teig und auf dem Teller landete eine Art undefinierbarer Haufen. Zu allem Unglück muss ich gestehen, dass ich nicht abgewartet hatte, bis der Kuchen komplett abgekühlt war. Strafe muss wohl sein, dachte ich so bei mir.

Trotzdem: Meine Lieblingsnachbarin hat ihn tapfer probiert – sie und ihre Familie sind die weltbesten Testesser – und sogar komplett gefuttert. Ein süffisantes „Irgendwie wurde der Kuchen immer größer im Mund,“ konnte sie sich dann doch nicht verkneifen :-)

Sei’s drum. Am gleichen Tag Abends um halb 10 nochmal schnell zum Supermarkt und neue Aprikosen gekauft. Zwar sollte es bereits am kommenden Tag merklich heißer werden – 32 Grad so der Plan des Wetters – aber mein Ehrgeiz war geweckt und ich wollte unbedingt einen guten Aprikosenkuchen backen.

Et Voilà, hier ist er. Sozusagen hochoffiziell zertifiziert, da vom Göttergatten und Lieblingsnachbarn für köstlich befunden. Ein Mandelmehlkuchen mit Aprikosen und dieses Mal ganz einfach auf Rezeptbasis für einen Mallorquinischen Mandelkuchen. Den hatte ich ja letztens gebacken und er war prima.

2. Versuch – dieses Mal hat’s geklappt mit dem Mandelmehlkuchen :-)

Saftiger Mandelkuchen trifft auf Aprikose und Rosmarin

Die bewährte Grundlage aus gemahlenen Mandeln, Eiern und steif geschlagenem Eiweiß macht den Kuchen locker und saftig – ganz ohne klassisches Mehl und ohne Backpulver. Die Aprikosen bringen fruchtige Säure und viel Sommer auf den Teller, während der Rosmarin nur ganz leise im Hintergrund mitschwingt. Die Mandelblättchen sorgen obendrauf für etwas Biss. Und: Frisch geschlagene Sahne ist dann noch das I-Tüpfelchen – allein schon bei dem Gedanken führen meine Geschmacksknospen einen Freudentanz auf. So ist er denn auch bei meinen Lieblingen gelandet :-)

Für diesen Mandelmehlkuchen habe ich bewusst weniger Puder-Erythrit verwendet als bei meinem mallorquinischen Mandelkuchen. Dort kommen 130 Gramm in den Teig; hier reichen mir 90 Gramm völlig aus, weil die Aprikosen und der Honig zusätzlich Süße mitbringen.

Zubereitungszeit

  • Vorbereitung: ca. 25 Minuten
  • Backzeit: ca. 35–40 Minuten
  • Gesamt: ca. 60–65 Minuten

Zutaten für Mandelmehlkuchen mit Aprikosen und Rosmarin

Backform / Stück

Basis: 1 Backform Ø 20 cm / 8 Stück

Für den Mandelmehlteig

  • 170 g gemahlene Mandeln
  • 6 Eier (Größe M)
  • 90 g Puder-Erythrit
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • Zitronenabrieb einer Bio-Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL neutrales Öl
  • 1 Prise Salz
  • ca. 5 g Butter zum Einfetten

Für den Belag

  • 8–10 kleine Aprikosen (ca. 350–400 g)
  • 20 g Mandelblättchen
  • 1 TL frischer Rosmarin, sehr fein gehackt
  • 20 g Honig (ca. 1 EL)
  • 10 g Butter

Hinweis: Die Backzeit kann je nach Reifegrad und Größe der Aprikosen sowie je nach Backofen leicht variieren. Die Stäbchenprobe am besten zwischen den Früchten durchführen.

*Werbung (Affiliate-Link). Für dieses Rezept verwende ich fein gemahlene Mandeln von Buxtrade – sie sorgen für eine lockere Konsistenz.

Zubereitung

  1. Backofen und Form vorbereiten: Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit 20 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen und den Rand dünn mit Butter einfetten.
  2. Aprikosen vorbereiten: Die Aprikosen waschen, trocken tupfen, halbieren und entsteinen. Rosmarin sehr fein hacken. Butter und Honig kurz erwärmen und miteinander verrühren.
  3. Eier trennen: Die Eier sauber trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz sehr steif schlagen und zunächst beiseitestellen.
  4. Eigelbmasse herstellen: Eigelbe und Puder-Erythrit mehrere Minuten hell und cremig schlagen. Vanilleextrakt, Zitronenabrieb, Zitronensaft und Öl unterrühren.
  5. Mandeln einarbeiten: Die gemahlenen Mandeln zur Eigelbmasse geben und gründlich einrühren. Zu diesem Zeitpunkt ist die Teigmasse recht fest.
  6. Eiweiß unterheben: Den Eischnee in drei Portionen unterheben. Die erste Portion darf etwas kräftiger eingerührt werden; die beiden übrigen Portionen vorsichtig mit einem Teigschaber unterheben, damit möglichst viel Luft erhalten bleibt. Der Teig ist jetzt sehr weich und fließend.
  7. Teig und Belag einfüllen: Den Teig in die vorbereitete Form geben und glattstreichen. Die Aprikosen vorsichtig mit der Schnittfläche nach oben auflegen und darauf achten, dass sie nicht absinken. Mit der Honig-Butter-Mischung bepinseln, Rosmarin und Mandelblättchen darüberstreuen.
  8. Backen: Den Kuchen etwa 35–40 Minuten backen. Den Backofen in den ersten 35 Minuten möglichst nicht öffnen. Ab Minute 35 die Stäbchenprobe zwischen den Aprikosen machen. Haften noch deutlich feuchte Teigspuren am Holz, weitere 5 Minuten backen.
  9. Auskühlen: Den Kuchen zunächst etwa 20 Minuten in der Form ruhen lassen. Danach den Rand lösen und den Kuchen vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Erst kalt anschneiden.

Meine Tipps

  • Die Aprikosen mit der Schnittfläche nach oben auflegen: In der kleinen Mulde bleibt ein Teil des austretenden Safts zunächst in der Frucht, statt sofort in den Teig zu laufen.
  • Feste, aber reife Aprikosen eignen sich am besten. Sehr weiche Früchte geben mehr Saft ab, sinken leichter ein und können den Teig direkt darunter feucht halten.
  • Die Aprikosen nur leicht auflegen und nicht tief in den Teig drücken. So trägt der luftige Mandelteig die Früchte besser.
  • Den Ofen in den ersten 35 Minuten geschlossen lassen. Die Lockerung entsteht ausschließlich durch das eingeschlagene Eiweiß; frühes Öffnen kann den Kuchen zusammensacken lassen.
  • Die Stäbchenprobe zwischen den Aprikosen durchführen. Direkt unter einer Frucht kann das Stäbchen durch Fruchtsaft feuchter wirken.
  • Der Kuchen sollte vollständig auskühlen. Warm ist die Krume deutlich empfindlicher und lässt sich weniger sauber schneiden.
  • Backpapier auf dem Formboden erleichtert das Ablösen. Der Rand kann sparsam mit Butter eingefettet werden.
  • Statt 90 g Puder-Erythrit kannst du etwa 120–130 g Zucker verwenden. Wer sehr süßes Gebäck mag, kann die Menge leicht erhöhen.
  • Frische Aprikosen liefern nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung etwa 43 kcal pro 100 g. Außerdem enthalten sie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe; ihre gelb-orange Farbe stammt unter anderem von Carotinoiden.
  • Rosmarin wirklich fein hacken und sparsam verwenden. Er soll die Aprikose begleiten, nicht überdecken.

Schon Gewusst? Aprikosen sind gesund

Aprikosen sind nicht nur herrlich aromatisch, sondern enthalten auch viele wertvolle Nährstoffe. Besonders bekannt sind sie für ihren Gehalt an Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird und unter anderem zur Erhaltung normaler Haut und Sehkraft beiträgt. Außerdem liefern frische Aprikosen Kalium, das für die normale Funktion von Muskeln und Nervensystem wichtig ist, sowie Ballaststoffe, die eine ausgewogene Ernährung ergänzen können. Mit rund 43 kcal pro 100 Gramm gehören sie außerdem zu den vergleichsweise kalorienarmen Sommerfrüchten.

Varianten

  • Zitrone austauschen: Ein wenig Orangenabrieb passt ebenfalls sehr gut zu Aprikosen und Mandeln.
  • Ohne Honig: Für eine vollständig zuckerfreie Variante die Aprikosen nur mit geschmolzener Butter bepinseln oder einen zuckerfreien Sirup verwenden.
  • Mit anderen Früchten: Feste Pfirsiche oder Nektarinen funktionieren nach demselben Prinzip.
  • Kräuternote abwandeln: Statt Rosmarin passt eine kleine Menge fein gehackter Thymian.
  • Zum Servieren: Ein Klecks Schlagsahne, griechischer Joghurt oder eine Kugel Vanilleeis ergänzen den Kuchen.

Nährwerttabelle

Nährwertpro 100 gPro Stück
Kalorienca. 215 kcalca. 240 kcal
Eiweißca. 8 gca. 9 g
Fettca. 16 gca. 18 g
Kohlenhydrateca. 5 gca. 6 g
davon Zuckerca. 3 gca. 4 g

Hinweis: Die Werte sind ca.-Angaben und können je nach Größe der Eier, Menge der Aprikosen und verwendeten Produkten variieren. Erythrit ist in der Kohlenhydratangabe nicht als verwertbarer Zucker berücksichtigt.

Glutenfrei und Low Carb

Da der Teig ausschließlich mit gemahlenen Mandeln gebacken wird, ist der Kuchen von Natur aus glutenfrei. Mit Puder-Erythrit statt Haushaltszucker bleibt er außerdem kohlenhydratreduziert. Aprikosen und Honig enthalten jedoch natürlichen Zucker – „Low Carb“ bedeutet bei diesem Rezept also nicht kohlenhydratfrei.

FAQ

Warum kommt kein Backpulver in den Kuchen?

Die Lockerung entsteht durch das sehr steif geschlagene Eiweiß. Wird es portionsweise und vorsichtig untergehoben, braucht die Masse kein zusätzliches Backtriebmittel.

Kann ich gemahlene Mandeln durch teilentöltes Mandelmehl ersetzen?

Nein, nicht im gleichen Verhältnis. Teilentöltes Mandelmehl bindet sehr viel mehr Flüssigkeit und würde die Konsistenz vollständig verändern.

Warum liegen die Aprikosen mit der Schnittfläche nach oben?

So sammelt sich ein Teil des Safts in der Mulde der Frucht. Außerdem bleiben die Aprikosen optisch besser erkennbar und lassen sich mit Honig und Butter bepinseln.

Kann ich Zucker statt Erythrit verwenden?

Ja. Verwende etwa 120–130 g Zucker. Die genaue Menge hängt davon ab, wie süß die Aprikosen sind und wie süß du Kuchen generell magst.

Warum ist der Teig unter einzelnen Aprikosen feuchter?

Sehr reife Früchte geben beim Backen Saft ab. Verwende eher feste Aprikosen, tupfe sie trocken und drücke sie nicht tief in den Teig.

Wie bewahre ich den Kuchen auf?

Gut abgedeckt hält er sich im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage. Vor dem Servieren kann er kurz Zimmertemperatur annehmen.

Kann ich den Kuchen am Vortag backen?

Ja. Vollständig ausgekühlt lässt er sich am nächsten Tag meist besonders sauber schneiden und schmeckt weiterhin saftig.

Nach meinem misslungenen Nicht-Kuchen freue ich mich total, dass der 2. Versuch so gut geklappt hat. Und ja, Aprikose, Mandel und Rosmarin passen echt prima zusammen. Der Kuchen ist fruchtig, saftig und sommerlich- genauso, wie ich es mag. Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Backen und bin gespannt, wie dir diese ungewöhnliche Kombination schmeckt.

Deine Inga 🤍

2 Bewertungen

Post von Mehl & Allerlei

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